„Lily Pad“ ist der Name der geheimen US-Militärstützpunkte im Ausland. Sie beherbergen Munition, sind oft bemannt und stets kampfbereit. Es ist auch der Name eines Kunstwerks der bildenden Künstlerin Laura Hjort Jensen im Deep Forest Art Land.
Ähnlich wie bei den geheimen amerikanischen Militärstützpunkten hat eine kleine Armee ein Gebiet im Deep Forest Art Land eingenommen, genauer gesagt bei Anna Holmbergs Brücke „Experience in a garden“. Die Armee besteht aus der mehrjährigen, pelzweißen Pflanze „Kæruld“ und Munition, die nur die schärfsten Augen erkennen können; mehr als 90 verkupferte Objekte wie Holzböcke, Schildkäferpanzer, Brombeerdorn, Rosendorn, Dachsnägel, Bauchnabelpiercings, Ketten sowie Distelstacheln und Unterfell eines Spitzhundes sind strategisch verteilt und machen die Kampfbereitschaft der Armee aus.
„Lily Pad“ ist das erste Werk aus Hjorts Ausstellungsreihe, die aus vier Werken besteht, die sich auf die vier Jahreszeiten verteilen. Neben dem Bezug zu den Militärstützpunkten bedeutet „Lily Pad“ auch „Seerosenblatt“, und allen Werken ist gemeinsam, dass sie dort wachsen, wo Wasser vorhanden ist, und eine unsichtbare Wasserspur durch den Wald ziehen. Hier lassen sie sich neben einem anderen Werk im Deep Forest Art Land nieder und wachsen in einem Netzwerk von Werken heran. Im Laufe der Zeit nähern sie sich schleichend wie eine kleine, beharrliche Armee, die in kurzen Ausbrüchen für die Besucher deutlich sichtbar wird, um sich anschließend wieder zurückzuziehen und mit der Umgebung zu verschmelzen.
Das Werk ist Teil des Projekts „Junge zeitgenössische Kunst“ und wird von der Obel-Familienstiftung gefördert.
Foto: Jacob Friis-Holm Nielsen
Titel: Lily Pad
Erscheinungsjahr: 2024
Der Künstler
Laura Hjort (geb. 1992) ist Absolventin der Kunstakademie Jütland (2023) und der Kunst- und Designakademie Bergen (2019–2020). Sie hat unter anderem bei KH7 (DK), Haus Contemporary (DK), in der Kunsthal Aarhus und in der Bergen Kunsthall (NO) ausgestellt.
Eines der charakteristischen Merkmale von Laura Hjorts Arbeit sind die Verbindungen, die sie zwischen ihren kleinen Werken, den Betrachtern, den Ausstellungsräumen und den Werken anderer Künstler herstellt – ausgehend von dem ökokritischen Gedanken, dass wir alle gleichberechtigt Teil eines großen Netzwerks mit allem um uns herum sind.
Sie beschäftigt sich insbesondere mit der Erforschung der Kraft und des Potenzials des unscheinbaren und entwaffneten Objekts. Mit ihren kleinen Werken bezieht sie die Umgebung in Gesamtinstallationen ein, bei denen es schwierig ist, einen Anfang und ein Ende genau zu bestimmen.
Die Werke werden oft mit anderen Kunstwerken verknüpft, um zu untersuchen, was geschieht, wenn verschiedene Machtpositionen und Erzählungen auf ganz physische Weise – diffus, eindringlich und bisweilen krampfhaft – miteinander verschmelzen.
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