Umgeben von einer Buchenhecke und mit einem überdachten Pavillon bildet dieser Ort eine besondere Lichtung zwischen den Bäumen. Hier kannst du eine Pause einlegen, dein Lunchpaket essen oder die Kunstwerke und Spuren entdecken, die im Laufe der Jahre an diesem Ort entstanden sind.
Der Bildhauerpark ist zugleich ein Arbeits- und Treffpunkt für Künstler – und einer der Orte im Deep Forest Art Land, an denen sich der Wald am deutlichsten sowohl als Natur als auch als Atelier zeigt.
Werke
Ein offener Raum für Kunst
Die Lichtung im Wald ist kein Zufall. Es handelt sich um einen Garten, der wie ein anderer Garten gestaltet ist – eine exakte Kopie im Maßstab 1:1 des „Billedhuggerhaven“ in Charlottenborg in Kopenhagen, dem historischen Skulpturengarten der Kunstakademie, der seit den 1870er Jahren als lebendiges Atelier für Generationen von Bildhauerstudenten dient.
Die Reproduktion wurde 2016 von Studierenden der Bildhauerklasse der Kunstakademie in Zusammenarbeit mit Deep Forest Art Land geschaffen. Sie rodeten eine Fläche zwischen den Bäumen, markierten den Grundriss und errichteten den Pavillon – und schufen damit einen Spiegel: Der institutionelle, geschlossene Raum in Charlottenborg öffnete sich in einem Wald in Mitteljütland und wurde zu einem Ort, den jeder betreten kann.
Die Idee dahinter ist einfach und ehrgeizig zugleich. Der Skulpturengarten im Deep Forest Art Land ist kein fertiges Kunstwerk, sondern ein Raum der Möglichkeiten – eine Plattform, die Künstler, Studenten und alle anderen nutzen können. Workshops, Künstlerresidenzen, Skulpturenausstellungen und lange Tage allein mit einem Projekt: Hier ist alles möglich.
Heute kannst du den Garten mit seiner Hecke, dem Pavillon und den Skulpturen erleben, die im Laufe der Zeit dort zurückgelassen oder geschaffen wurden. Der Garten ist selbstorganisiert und offen: Es gibt keine Eintrittskarten, keinen Führer. Der Ort spricht für sich selbst – und wartet darauf, was du mitbringst.
Was ist ein Bildhauerpark?
Die Arbeit mit Skulpturen bringt es manchmal mit sich, dass die Werke schwer und groß sind und Platz benötigen – sowohl für ihre Entstehung als auch für ihre Aufstellung. Atelier und Arbeitsbereich im Freien sind für viele Bildhauer untrennbar miteinander verbunden, und der Begriff „Bildhauergarten“ beschreibt genau das: einen abgegrenzten Außenbereich, der gleichzeitig als Produktionsstätte, Lager, Ausstellungsraum und Ort des Austauschs dient.
Die Tradition in Charlottenborg reicht mehr als 130 Jahre zurück. Generationen von Studenten haben im Garten geschnitzt, gegossen, experimentiert und diskutiert – und er birgt noch immer Spuren all derer, die dort gearbeitet haben. Es ist kein Museum, sondern ein lebendiger Ort, der sich ständig im Wandel befindet. Der Bildhauerpark im Deep Forest Art Land basiert auf demselben Prinzip: Ein Ort, der nicht fertig ist, sondern sich ständig weiterentwickelt.
Die Idee hinter der Reproduktion – ein negativer Abdruck
Als Studierende der Bildhauerklasse der Kunstakademie im Jahr 2016 begannen, den Bildhauerpark „Skovsnogen“ zu gestalten, war dies nicht nur ein Bauprojekt – es war eine Untersuchung dessen, was geschieht, wenn ein Raum aus einem Kontext in einen völlig anderen versetzt wird.
Der Bildhauerpark in Charlottenborg ist staatlich und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Der Bildhauerpark im Deep Forest Art Land steht allen offen. Die beiden Räume spiegeln sich wider und widersprechen einander – und aus dieser Spannung entsteht etwas Neues. Durch die Nachbildung der Form in einem Wald in Mitteljütland öffnet sich der Raum: Der gleiche physische Grundriss erhält eine andere Bedeutung, wenn er von Bäumen statt von Ziegelsteinen und von allen statt von wenigen umgeben ist.
„Reproduktion“ ist eine Plattform. Sie ist die Entfernung zwischen Kopenhagen und Herning, zwischen Institution und Natur, zwischen dem Bekannten und dem Unbekannten – verkörpert durch eine Buchenhecke und einen Pavillon im Wald.
Der Bildhauerpark wurde unter anderem mit Unterstützung der Stiftung Roskilde Festival eingerichtet.